30 Jahre Grundschule Thannhausen: 1973 - 2003

Inhaltsangabe der Festschrift: 30 Jahre Grundschule Thannhausen 1973 - 2003
Grußwort der Regierung von Schwaben, Abteilungsleiterin Gabriele Holzner   Seite 1
Grußwort des 1. Bürgermeisters der Stadt Thannhausen, Johannes Schropp     2
Grußwort des Schulleiters, Rektor Karl Landherr     3
40 Jahre Schuldienst an der VS Thannhausen, Rektor a.D. Paul Ernst      4
Erinnerungen von Konrektor a.D. Otto Herold           7
Personalia seit 1973     8
Unser Haus - stets in guten Händen        11
Unsere Schule hat einen Namen     12
Ohne Eltern geht die Schule nicht…     14
Grußwort des Elternbeiratsvorsitzenden Anton Biber     16
Moderner Unterricht: Lernen am PC - Englisch     17
RAUS ins Schulgelände - Unser Pausenhof ist spitze!     18
Umwelt macht Schule - Auszeichnungen und Preise     20
Christliche Erziehung im Jahreskreis     22
Thannhausen liest - Projektwoche Buch - Autorenlesungen     24
Auf Brettern, die die Welt bedeuten - Theaterabende - AG Zauberlicht     28
Sport hält fit - „Bewegte Schule" - Was sonst noch alles läuft…     31
Kooperation mit schulischen und außerschulischen Partnern     34
Kooperation mit der Schule zur individuellen Lebensbewältigung Ursberg     38
Leben und Lernen im Schullandheim     39
Besondere Veranstaltungen     40
AG Schülerzeitung - Werken und Textiles Gestalten     42
Projektorientiertes Lernen     44
Schulfeste - Highlights im Schulalltag     46
„Thannhusia milau" - Schulfasching     50
Erziehung und Unterricht - immer auf dem Prüfstand     58
Millionenquiz zur Anton-Höfer-Grundschule     51
Als die Flutwelle kam - Hochwasserkatastrophe 2002     53
Überblick über die Baumaßnahmen – Bilder von der Generalsanierung     55
Insgesamt: 60 Seiten in Farbe mit ca. 160 Bildern                                                             Titelbild von Ingrid Braun
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Grußwort der Regierung von Schwaben

Die Anton-Höfer Grundschule Thannhausen feiert ein doppeltes Fest:

Ihren 30. Geburtstag und den 10. Jahrestag ihrer Namensgebung. Dazu darf ich im Namen der Regierung von Schwaben und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulabteilung ganz herzlich gratulieren. Die Glückwünsche gelten den Schülerinnen und Schülern, der Schulleitung, der Lehrerschaft und dem Hauspersonal. Ebenso gratuliere ich der Stadt Thannhausen, die in all diesen Jahren alle notwendigen Mittel für den Bau, die Sanierung und den vorbildlichen Erhalt dieser Schule zur Verfügung stellte.
Die Anton-Höfer Grundschule Thannhausen ist ein besonderes Kleinod in der schwäbischen Schullandschaft, da sie sich in herausragender Weise als Lern- und Lebensort für die Grundschulkinder entwickelt hat. Für das Lernen und Leisten, Fordern und Fördern der Kinder werden hier die besten äußeren Bedingungen geboten.
Die Gestaltung des Schulgeländes mit Klassenzimmern im Freien, Baum- und Naturlehrpfad, Schulgarten und Atrrium ermöglichen viele Gemeinschaftserlebnisse und eine nachhaltige Umwelterziehung. Die Ausstattung der Schule mit Computerraum, verschiedenen Fachräumen und modernen Lehr- und Lernmitteln fördert zeitgemäßes Lernen und grundlegende Bildung.
Lebendige Leseerziehung, Fremdsprachenunterricht, Wertevermittlung und religiöse Erziehung, Integration von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache, intensive Elternarbeit sind nur einige Aspekte, die die Vielfalt und den Reichtum des pädagogischen Lebens dieser Schule kennzeichnen.
Die hervorragend gestaltete, an Informationen reichhaltige Homepage der Schule vermittelt einen Eindruck über die Lebendigkeit dieser Grundschule und über die Intensität, mit der sie sich mit den Anforderungen der Gegenwart auseinandersetzt.
Dies alles ist nur möglich durch das hohe Engagement der Schulleitung, durch den unermüdlichen Einsatz aller Kolleginnen und Kollegen und dank der intensiven unterstützenden Zusammenarbeit der Eltern mit der Schule.
Eine Schule, die auf so festem Fundament von erziehlichen Grundsätzen und Werten steht und daraus eine bunte Fülle von Schulleben entwickelt, eine Schule, die auch „Rückschläge" wie die Hochwasserschäden bewältigt in gemeinsamer solidarischer Zusammenarbeit der ganzen Schulfamilie, eine Schule, in deren Mittelpunkt das Wohl, das Lernen und Leben der Kinder steht, wird alle Aufgaben der Zukunft meistern können.

Auf diesem Weg in eine gute Zukunft wünsche ich der Schulleitung sowie den Kolleginnen und Kollegen viel Freude, Mut und pädagogischen Optimismus.

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern dieser Schule Freude, Ausdauer und Mut beim täglichen Lernen und Arbeiten.
Ich wünsche allen, die in diesem Hause ein- und ausgehen und es mit Leben erfüllen, ein gutes Miteinander, Erfolg und Gottes Segen.

Gabriele Holzner , Leiterin der Schulabteilung der Regierung von Schwaben

 

Grußwort des 1. Bürgermeisters der Stadt Thannhausen

Auf ein Wort!

„Unsere Jugend – unsere Zukunft!", so konnte man auf der Nordseite über dem Eingangsbereich der alten Volksschule in der Bahnhofstraße lesen und sicher erinnern sich so manche auch an das Bild im Stil der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Das Schulgebäude, als solches nicht mehr benötigt und viel zu klein, musste einem modernen Wohn- und Geschäftshaus weichen und auch die 1955 eingeweihte Volksschule an der Röschstraße war mit den Jahren zu klein geworden. Im Zuge der Schulreform in Bayern entstand südlich des Kieningerweihers nach Gründung des Schulverbandes die neue Hauptschule. All dies habe ich sozusagen hautnah miterlebt, einerseits als Mitglied des Stadtrates und Kreistages und andererseits als Religionslehrer, in allen diesen Unterrichtsstätten tätig.
Als Bürgermeister hatte ich dann die Ehre und Freude, bei der beeindruckenden Feier zur Namensgebung der Anton-Höfer-Grundschule dabei sein zu dürfen und ich freue mich auch, dass der Stadtrat von Thannhausen für „seine Schule", die ja bekanntlich in der Trägerschaft der Stadt steht, immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand hatte.

Sowohl mit Paul Ernst wie auch mit Karl Landherr hatte die Grundschule über die letzten 30 Jahre Rektoren an ihrer Spitze, die weit über das übliche und geforderte Maß hinaus sich für ihre Schule engagiert haben und es auch verstanden, das gesamte Lehrerkollegium und alle für die Schule Verantwortlichen bis hin zum Elternbeirat positiv zu beeinflussen und zu motivieren.

In den letzten Jahren hat sich die Stadt bemüht, diesem positiven Engagement, diesem guten Geist, der in den Schulräumen herrscht, auch die äußeren Rahmenbedingungen zu geben. So wurden nach der notwendigen Asbestsanierung der An- und Neubau mit der Aula vollzogen und in einem zweiten Bauabschnitt der „Altbau" einer Sanierung und Renovierung unterzogen, die einem Neubau gleich kommt.

Jeder unbefangene Besucher, der diese Schule betritt, kann spüren, dass vom Schulgarten und den Außenanlagen angefangenen bis zu den Klassenräumen die spürbare äußere Harmonie mit der inneren Haltung der in diesem Gebäude tätigen Pädagoginnen und Pädagogen aber auch der Schülerinnen und Schüler konform geht.

Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die Anton-Höfer-Grundschule so bleibt wie sie ist, wie sie sich z.B. auch in diesem Jahr bei der Stadterhebungsfeier mit den Anton-Höfer-Spatzen gezeigt hat, nämlich eine Stätte der Bildung, nicht nur des Geistes, sondern auch des Gemütes und des Herzens. Denn es gilt nach wie vor: Unsere Jugend – unsere Zukunft!

Johannes Schropp, Bürgermeister

 

Grußwort des Schulleiters

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde unserer Schule,

die Schulreform in Bayern bescherte im Jahr 1973 Thannhausen zwei eigenständige Volksschulen, die noch bis 1976 unter einem Dach zusammen lebten, jedoch mit eigenständigen Schulleitungen und Lehrerkollegien. 1993 konnten wir das 20-jährige Bestehen der Grundschule feiern. Genau 200 Jahre vorher begann der Lehrer, Musiker und Komponist Anton Höfer in Thannhausen seine erfolgreiche pädagogische Arbeit. Sein Wirken – zusammen mit dem Pfarrer und Jugendschriftsteller Christoph von Schmid – prägte über viele Jahre hinweg eindrucksvoll die Kultur Thannhausens. So passte es nicht nur zeitlich sehr gut, dass sich die Grundschule am 12. Juli 1993 den Namen Anton-Höfer-Grundschule gab.

Mit dieser Festschrift möchten wir auf 30 Jahre Grundschule Thannhausen und 10 Jahre Anton-Höfer-Grundschule zurückblicken. Vieles hat sich seit 1973 verändert:

* Das aus dem Jahr 1955 stammende Schulgebäude erhielt einen Anbau und wurde durch eine Generalsanierung grundlegend erneuert.

* Aus der damaligen Rasenfläche ist ein großartiges grünes Schulgelände mit vielen Biotopen und Pause-Attraktionen für die Schüler entstanden.

* Etwa 2500 Schüler haben in den letzten 30 Jahren unsere Grundschule besucht und sicher noch mehr oder weniger gute Erinnerungen an diese Schulzeit.

* Nur noch drei Lehrerinnen, die bereits 1973 an der Schule waren, unterrichten heute noch. Ca. 100 Lehrkräfte haben seit dieser Zeit an unserer Schule gearbeitet.

* Mehrere Lehrpläne, viele neue Unterrichtsinhalte und pädagogische Ideen haben Unterricht und Erziehung verändert. Aber auch die Situation der Kinder und Familien zu Hause hat sich grundlegend gewandelt.

Mit dieser Festschrift möchten wir allen, die in den letzten 30 Jahren unsere Schule positiv geprägt haben, herzlich danken, insbesondere den vielen Schülern, Eltern und Lehrkräften. Ein großes Lob verdient die Stadt mit den Herrn Bürgermeistern Mayer, Sommer und Schropp, die sich stets für ihre Grundschule eingesetzt hat und mit den Baumaßnahmen der letzten 10 Jahre trotz leerer Kassen ein Zeichen gesetzt hat. Dank gebührt auch den zahlreichen Privatpersonen, Firmen und Stiftungen, die durch Sach- und Geldspenden – gerade in der Zeit nach der Hochwasserkatastrophe im letzten Jahr - die Schule unterstützt haben.
Wenn das Sprichwort „Alt ist, wer mehr Freude an der Vergangenheit als an der Gegenwart hat." stimmt, dann ist unsere Schule nicht 30 Jahre alt, sondern jung. Es macht sicher Freude, die vielen Aktivitäten und Highlights der letzten Jahre Revue passieren zu lassen – eine noch größere Freude bereitet es uns aber, jeden Tag von Neuem mit den Kindern zu lernen und zu leben und auch künftig Aktionen und Projekte zu planen, die unseren Schülern auch im späteren Leben noch in guter Erinnerung bleiben. Deshalb zum Schluss der etwas abgewandelte Werbespruch: „Es gibt viel zu tun, machen wir so weiter!"

Ihr Karl Landherr, Rektor

 

40 Jahre Schuldienst an der Volksschule Thannhausen:

Erinnerungen anlässlich des 30-jährigen Jubiläums an der Grundschule

von Rektor a.D. Paul Ernst

Oft denke ich zurück an den 30 Oktober 1950.

Mit einem Schreiben der Regierung von Schwaben Augsburg wurde ich zu einer mehrwöchigen Unterrichtsaushilfe an die Volksschule Thannhausen abgeordnet. Nach meiner Vorstellung beim Bürgermeister Bronnenmaier wurde ich vom Schulleiter Herrn Schnadel in die 5. Klasse mit 67 Kindern begleitet, von ihm der Klasse vorgestellt und mit einem „Berufswerkzeug" ausgerüstet: Mit einem Paket weißer Tafelkreide und einer einzigen farbigen Kreide zur Auswahl. Dann drückte er mir die Hand und wünschte mir in der größten Schulklasse viel Erfolg.

Unvergesslich ist mir auch der erste Augenblick, als ich allein als Lehramtsanwärter in die große Kinderrunde schaute: Regungslos und neugierig dreinschauend standen die Mädchen und Buben in den alten Holzbänken in dem weinig freundlichen Unterrichtsraum mit der alten Schultafel, die ich noch dazu mit einem Kollegen im Wechselunterricht teilen musste. Noch sehe ich in der Erinnerung an der Seitenwand den großen Eisenofen und empfinde den scharfen Geruch des eingelassenen Bodens….

Lobend darf ich erwähnen, dass die Kinder damals sehr brav und fleißig waren und sich aufmerksam und interessiert am Unterricht beteiligten. Sie liebten die Volkslieder und wir sangen mit großer Freude jeden Tag! In der damals „armen Nachkriegszeit" hatten wir keine Schulprobleme.

H e u t e – in diesem Jahr 2003 – freue ich mich ganz besonders, dass ich ehemalige Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Schuleiter, den Grundschulkindern mit Eltern und Großeltern, den Kirchen- und Stadtvertretern anlässlich eines solch schönen Ereignisses begegnen darf.

An viele der Festbesucher werde ich mich trotz der langen Zeit, die seit der letzten „dienstlichen" Begegnung vergangen ist, erinnern. Gesichter verändern sich und doch bleiben ihre Grundzüge nach vielen Jahren des ständigen Miteinanders in der Erinnerung erhalten.

1955 im Oktober wurde die damals neu erbaute Volksschule (die heutige Grundschule) in der grünen Lunge der Stadt zwischen Mindel und Mühlbach auf dem ehemaligen Fußballplatz der TSG eingeweiht. Im darauf folgenden Jahr begann eine mehrjährige Pflanzaktion von Schülern der 6.7. und 8. Klasse mit Hilf der Schönbornschen Forstverwaltung:

Zuerst wurde die noch große freie Fläche des ehem. Spielfeldes am „Tag des Baumes" mit Waldbaumsetzlingen bepflanzt. Fortgeführt wurde die Aktion nördlich der Grundschule bis zur B 300 – ein Grundstücksgeschenk von Herrn Kieninger an die Stadt. Zuletzt wurde die lang gezogene Hangfläche im Eingangsbereich des Hansenhohls mit jungen Buchen aufgeforstet.

Diese beachtliche Aktion war nur möglich, weil die damaligen Schulleiter Herr Kneitinger und Frau Walz es verstanden, die Schüler zu motivieren, sie aufzumuntern für eine legenswichtige Umweltaufgabe. Die damaligen „Pflanzer" (heute 60-jährige Väter bzw. auch schon Großväter) sind stolz auf ihre geleistete Gemeinschaftsarbeit.

Nach der Einführung der Schulreform im Jahre 1968 übernahm Rektor Staudinger die Schulleitung der Volksschule, die nach fünf Jahren in eine Grundschule und eine Hauptschule aufgeteilt wurde. Herr Staudinger behielt die Leitung der Hauptschule mit der Dreifachturnhalle und Schwimmbad, an deren Herstellung er mit großem Einsatz beteiligt war.

Zu dieser Zeit wurden ich 1973 zum Rektor der Grundschule und Otto Herold zum Konrektor ernannt. Dazu gesellte sich ab 1983 Seminarrektor Karl Landherr als dritter im Bunde. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, mit den Schülereltern und mit Hilfe großzügiger Spendengelder von Banken, Firmen und Privatpersonen wurde ab 1987 die Neugestaltung der Außenanlage unter der Projektleitung von Herrn Landherr vorgenommen. Es entstanden der Schulgarten, die Bildwandtafel, der Schülerverkehrsübungsplatz mit den Übungsfahrrädern und vieles mehr. Ich belasse es bei dieser unvollständigen Aufzählung.

Die „neue" selbstständige städtische Grundschule erfuhr an 1973 durch die Stadt eine angemessene Sanierung. Das Schulhaus bekam einen neuen Außenfarbanstrich, der den blauen Farbton ablöste. Die Maler hatten zu dieser Zeit recht viel Arbeit: Alle Wände der Gänge und der Klassenzimmer hungerten nach Farbe, alle Türen und alle Fensterrahmen mussten gestrichen werden. Die Eingangshalle und die weiten Gänge wurden mit schallschluckenden Teppichen ausgelegt und alle notwendigen Lehr- und Lernmittel auf den neusten Stand besorgt - eine besondere Leistung der Stadt.

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, aufzuzählen, über welche Ausstattung an technischem Gerät, an Anschauungsmaterial für die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht, für Religion, Musik, Werken und Handarbeit für die Lehrkräfte zur Verfügung stand. Im Werken konnte recht bald nach Anschaffung eines Brennofens 1987 die „erste eigene Krippe" der 4. Klassen bewundert werden. Die Figuren wurden in Ton geformt und im schuleigenen Brennofen gebrannt. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang auch an die große Schulausstellung der kreativen Schülerarbeiten im Handarbeiten im Jahr 1989.

Im Turnunterricht, belegte die Grundschule Thannhausen bei der ersten Schülerolympiade den ersten Preis. Im Naturkundeunterricht wurde die Grundschule als erste Schule 1989 im Landkreis mit dem Umweltpreis ausgezeichnet.

Und wenn ich nach all den unvollständigen Erinnerungen zum Schluss auf meine 40 Jahre Schuldienst in Thannhausen zurückblicke - davon auf 17 Jahre als Schulleiter an der Grundschule Thannhausen - dann ziehe ich das Resümee:

Es war eine schöne, verantwortungsvolle Arbeit. Ich bin dankbar für diese goldenen Jahre meines Lebens, zu denen ich uneingeschränkt Ja sagen kann. Der Umgang mit den Kindern hat mich fröhlich und im Innern „jung" erhalten.

Nun bin ich schon 13 Jahre im Ruhestand und ich bin immer wieder sehr glücklich, wenn ich ehemalige Schülerinnen und Schüler treffe, die fleißige, tüchtige und vor allem gute Menschen geworden sind.

Ein letztes Wort an die Eltern:  Ich möchte ihnen zu dieser Bilderbuch-Schule „Anton Höfer Grundschule" anlässlich des Jubiläums gratulieren, allen Eltern, deren Familien in diesem schönen Thannhausen schon seit Generationen ansässig sind, aber auch solchen, die aus einem fremden Land zu uns gekommen sind.

Möge Gott alle segnen und beschützen, die in diesem Schulgebäude ein- und ausgehen.

Paul Ernst, Rektor a.D.

 

Erinnerungen von Konrektor a.D. Otto Herold

Unsere Stadt feiert heuer ihr 50-jähriges Jubiläum. Ich hatte das Glück, im Schuljahr 1952/53 hier als Junglehrer tätig zu sein und erlebte die meisten Feierlichkeiten mit. Heute größtenteils bekannte Bürger und Bürgerinnen besuchten damals die 6. Klasse der Volksschule, die mir anvertraut war. Auch sie sind 50 Jahre älter geworden und haben nun bald das Rentenalter erreicht.

52 Kinder im Prüfungsjahr verlangten größte Anstrengung und brachten viel Arbeit. Nach dem erfolgreichen Abschluss wäre ich gerne in der Mindelstadt geblieben, da ich auch im privaten Bereich Fuß gefasst hatte. Aber als Lehramtsanwärter musste ich einem älteren Kollegen Platz machen und wurde nach Edelstetten versetzt. Ein Jahr später landete ich schließlich in der einklassigen Volksschule Ried bei Behlingen. Diese Schulform war in den kleinen Gemeinden des Altlandkreises Krumbach sowie in ganz Bayern noch recht häufig anzutreffen. Heute kaum mehr vorstellbar, saßen doch alle acht Jahrgänge in einer Klasse mit rund 45 Kindern beisammen und verlangten von der Lehrkraft viel Organisationstalent. Besonders anstrengend waren die ersten Schulwochen, bis die Erstklässler soviel gelernt hatten, dass sie schriftlich auch alleine arbeiten konnten. Beim Direktunterricht musste ein Teil der Kinder immer mit sinnvoller Arbeit still beschäftigt werden, was sicher zu mehr Selbstständigkeit führte. Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass schwächere Schüler je nach Bedarf kurzzeitig den Platz tauschten. Damit gab es die Möglichkeit, dass diese den Lehrstoff mehrmals hören und vielleicht ebenfalls begreifen konnten.

Nach der Schulreform im Jahr 1968 verschwanden die Dorfschulen und wurden zu größeren Mittelpunktsschulen zusammengefasst. Über Neuburg/Kammel kehrte ich schließlich nach 22 Jahren 1975 nach Thannhausen zurück, das inzwischen auch zu meinem Wohnort geworden war. 16 Jahre unterrichtete ich an dieser Schule. Die große Hektik und der Zeitmangel, die früher in der wenig geteilten Schule die Lehrkraft mehr als genug forderte, nahm nun etwas ab. Dafür traten jetzt die Gruppenarbeit und der angewachsene Lehrstoff in den Vordergrund.

Wichtig erscheint noch, dass früher große Klassen, nicht selten um die 50 Kinder, die Regel waren. Außerdem ließ die Ausstattung mit Lehr- u. Lernmitteln arg zu wünschen übrig. Geturnt wurde meistens im Freien, denn eine Turnhalle gab es nur in den großen Orten. Einige Vorteile hatten die Lehrkräfte auf dem Lande aber auch: Die anvertrauten Kinder kamen aus Dorfgemeinschaften und lebten größtenteils in Bauern- und Arbeiterfamilien. Neben der Schule gab es im Alltag wenig Abwechslung. Recht dankbar und begeisterungsfähig waren viele für neue Ideen, im Lehrer oder in der Lehrerin sahen sie eine Respektperson. In dieser Hinsicht ist es heute schwieriger geworden. Für auftretende Missstände in der Gesellschaft wird nicht selten auch die Schule verantwortlich gemacht und natürlich auch kritisiert.

Meine Grüße und Wünsche habe ich in deutscher Sprache niedergeschrieben – in der Hoffnung, das sie noch einige lesen können.