Christoph von Schmid
ist einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendschriftsteller des 19. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Werk ist das Weihnachtslied „Ihr Kinderlein kommet“, das neuesten Forschungen zufolge in Thannhausen entstanden ist.
2018 jährte sich sein Geburtstag zum 250. Mal. Wirkungsstätten waren Nassenbeuren, Seeg, Thannhausen, Oberstadion und Augsburg.
Das Denkmal in Thannhausen wurde auf Initiative von Stadtpfarrer Jakob Zwiebel 1901 errichtet.

Staats- und Stadtbibliothek Augsburg: Info zur Aussstellung mit 9 verschiedenen Melodien https://www.sustb-augsburg.de/ihr-kinderlein-kommet/

Christoph Schmid wirkte von 1796 bis 1816 als Benefiziat/Kaplan, Lehrer/Schulinspektor und Schriftsteller in Thannhausen.

Das Bild zeigt links die damalige Schule, in der auch Christoph Schmid unterrichtete. Lt Heimatbuch wohnte er dort im 1. Stock. Rechts das Mesnerhaus, in dem die Familie Höfer wohnte. Anton Höfer lebte von 1793 bis 1837 in Thannhausen und wirkte als Schulmeister, Mesner und Komponist. Sein Sohn Albert Höfer war Stadtpfarrer und Komponist zahlreicher Kichenlieder, z.B. "Jesus lebt..., Am Pfingstfest um die dritte Stunde..." https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_von_Schmid

Am 15. 8. 1768 erblickte Christoph Schmid als erster Sohn eines in den Diensten des Augsburger Domkapitels stehenden Beamten in der alten Reichsstadt Dinkelsbühl das Licht der Welt. Seine Liebe zur Natur, der Sinn für wahre Religiosität und die Freude am Erzählen wurden im Elternhaus grundgelegt. Nachdem er die Volksschule seiner Heimatstadt besucht hatte, begann er sein Studium am Gymnasium in Dillingen. Dank einer Hauslehrerstelle, die ihm zum ersten Mal Gelegenheit gab, sein pädagogisches Talent unter Beweis zu stellen, war es ihm trotz der aus dem Tod seines Vaters resultierenden finanziellen Schwierigkeiten möglich, die an der bischöflichen Universität Dillingen begonnenen philosophischen und theologischen Studien fortzuführen.

Neben anderen vortrefflichen Professoren übte vor allem Johann Michael Sailer, dem er zeitlebens in Freundschaft verbunden blieb, einen großen Einfluss auf ihn aus. 1791 wurde er zum Priester geweiht und begann seine seelsorgliche Tätigkeit als Pfarrgehilfe in Nassenbeuren. Ein Jahr später trat er die Kaplanstelle in Seeg an; dann erfolgte seine Berufung nach Thannhausen. Am "Christabend" 1796 übernahm der damals 28-jährige in Thannhausen die Aufgabe als Benefiziat und Schuldirektor an.

Da er als Kaplan und Benefiziat Lehrer und Erzieher in einem war und ab 1806 auch noch die Aufgabe eines Distriktschulinspektors zu bewältigen hatte, klagte er manchmal, dass ihm für seine schriftstellerische Tätigkeit nicht mehr genug Zeit bleibe. Aber gerade die praktische Arbeit in Schule und Seelsorge wirkte sich positiv auf sein literarisches Schaffen aus, weil es ihm Lebensnähe verlieh. So entstanden in lebendigem Umgang mit der Jugend seine "Biblische Geschichte", "Das Gottbüchlein" und die Erzählungen "Die Ostereier" und "Genovefa", die seinen Weltruhm begründen halfen. Für Kinder zu schreiben war seine Leidenschaft und darin erkannte er seine Sendung. Neuesten Forschungen zufolge entstand der Text des Lieds “Ihr Kinderlein kommet” während seiner Zeit in Thannhausen. siehe auch Kath. Sonntagszeitung Augsburg vom 29.11.2018 "... Bei seinem heute bekanntesten Gedicht, „Ihr Kinderlein kommet“, hielt sich lange Zeit die Vorstellung, Schmid habe die acht Strophen während seiner Zeit in Nassenbeuren verfasst. Doch konnte, so gab Pfändtner Einblick in die Forschung, in der Augsburger Staats- und Stadtbibliothek das Autograf der Verse gefunden werden, dessen Wasserzeichen und weitere Indizien auf eine Entstehungszeit um 1810 verweisen, als der Geistliche in Thannhausen wirkte. 

Veröffentlicht wurde der Text erstmals 1811 – für den Pfarreigebrauch..."

Viele Entwürfe, die er in Thannhausen begonnen hatte, konnte er erst in Oberstadion, wo er von 1816 bis 1827 als Pfarrer wirkte, vollenden. Im Jahre 1826 wurde Christoph Schmid durch König Ludwig I. von Bayern als Domherr nach Augsburg berufen. Er war für die Verwaltung des Schulwesens zuständig. Ein äußerer Glanzpunkt seines Lebens war die Erhebung in den Adelsstand durch die Ernennung zum Ritter des Verdienstordens der bayerischen Krone. Seither nannte er sich Christoph von Schmid. Am 3. 9. 1854 wurde Christoph von Schmid ein Opfer der in Augsburg wütenden Cholera, doch sein literarisches Schaffen, geprägt von tiefer Religiosität, hat die Zeit überdauert. Viele seiner Kirchenlieder, wie z. B. "Beim letzten Abendmahle", "Komm Heiliger Geist auf uns herab", "Am Pfingstfest um die dritte Stunde" oder "Ihr Kinderlein kommet" sind noch heute bekannt und werden in der Kirche gesungen. Zusammen mit Anton und Albert Höfer verfasste er in seiner Zeit in Thannhausen das "Thannhauser Laudate", ein Gesangsbuch mit deutschen Kirchenliedern. Seine Schriften "Rosa von Tannenburg" oder "Der Weihnachtsabend" wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Für die Schule und die Bildung und Erziehung der Kinder in Thannhausen war es damals eine segensreiche Zeit. So gab es später viele berühmte Bürger, die von Christoph Schmid in seiner Lateinschule und dem Schulmeister Anton Höfer unterrichtet wurden:

Dr. Wilhelm Bauberger war Arzt und Schriftsteller. Er wurde im Jahr 1809 in Thannhausen geboren, studierte in Wien und München und wirkte dann als Arzt in Thannhausen und Augsburg. Er fühlte sich den Menschen in seinem Heimatort eng verbunden, hatte einen Dichtersitz am Schlossberg und ließ einen Theaterbau im Englischen Garten errichten. 1883 starb er in Thannhausen, wo wir heute noch sein Grab auf dem Friedhof besuchen können. Die Klausnerin vom Karrenberge (`"D' Hex vom Karraberg")  "Eine Erzählung aus den Zeiten der Kreuzzüge für die gesamte edlere Lesewelt, besonders für die reifere Jugend" von Dr. Wilhelm Bauberger - Aufgeführt 2007 vom Burgstalltheater Burg
Albert Höfer, Sohn von Anton Höfer geb. 1802 Stadtpfarrer in Günzburg, Komponist und Musiker.
Franz Xaver Stadler war ein reicher Kaufmann in Augsburg.  Er wurde 1789 in Thannhausen geboren. 1863 stiftete er für seinen Heimatort Thannhausen ein Armen- und Krankenhaus, das Stadlerstift in der Stadlerstraße. Er starb 1865.
Albert Schäffler (geb. 1809) wanderte 1838 als Pater der Redemptoristen, einer kath. Ordensgemeinschaft, nach Amerika (Chicago, Boston u.a.) aus und betreute dort als Seelsorger die ausgewanderten Deutschen.  Von ihm stammen zahlreiche Schriften, Sing- und Gebetbücher, z.B. damals und heute noch bekannte und beliebte Gebete. Morgengebet: "O Gott, du hast in dieser Nacht so väterlich für mich gewacht. Ich lob´ und preise dich dafür und dank´ für alles Gute dir. Bewahre mich auch diesen Tag vor Sünde, Tod und jeder Plag´;  und was ich denke, red´ und tu, das segne, bester Vater du.  Beschütze auch, ich bitte dich, o heilger Engel Gottes mich. Maria bitt´ an Gottes Thron für mich bei Jesus, deinem Sohn,  der hochgelobt sei allezeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen "Abendgebet: "Bevor ich mich zur Ruh begeb', zu dir, o Gott, mein Herz ich heb und sage Dank für jede Gab', die ich von dir empfangen hab'. Und hab ich heut missfallen dir, so bitt ich dich, verzeih es mir. Dann schließ ich froh die Augen zu; es wacht ein Engel, wenn ich ruh. Maria liebste Mutter mein, o lass mich dir empfohlen sein. Dein Kreuz, o Jesus, schütze mich vor allem Bösen gnädiglich; in deine Wunden schließ mich ein, sie sollen meine Ruhstatt sein. Amen."
Dr. Lorenz Stempfle (Primiz im Jahr 1821 in Thannhausen) war Dr. der Theologie, Universitäts-Professor  und Buchautor. Er hat das Leben seines verehrten Lehrers Anton Höfer in einer Gedenkschrift  aufgeschrieben. Er war wie Franz, Xaver Stadler, Wilhelm Bauberger, Albert Höfer und Albert Schäffler  ein Schüler von Anton Höfer und Christoph von Schmid.
Ca. 100 Jahre später war Jakob Zwiebel 1896 Stadtpfarrer in Thannhausen.  Er kümmerte sich sehr um die Menschen und die Marktgemeinde. Ihm verdanken wir das Christoph von Schmid – Denkmal, das im Jahr 1901 errichtet wurde. Jakob Zwiebel starb im Jahre 1918. Heute erinnern uns sein Grab und die Jakob-Zwiebel-Straße  an den damals sehr beliebten Pfarrer.