Albert Höfer
war der Sohn von Anton und Elisabeth Höfer aus Thannhausen und ein Schüler von Christoph von Schmid. Er wurde am 3.4.1802 in Thannhausen geboren und 1925 zum Priester geweiht. Nach seiner Zeit als Stadtkaplan von St. Ulrich in Augsburg, Domchorvikar und bischöflicher Sekretär wirkte er ab 1830 Stadtpfarrer von St. Georg in Augsbug und ab 1844 Stadtpfarrer in Günzburg.

Albert Höfers öffentliches Wirken: Der Günzburger gehörte zum Schwäbischen Landrat (entspricht dem heutigen Bezirkstag) und ab 1849 zum Landtag in München.

Er starb am 27. 7.1857 in Günzburg.

Er ist heute noch bekannt als Komponist zahlreicher Kirchenlieder, z.B. Jesus lebt, Am Pfingstfest um die dritte Stunde, Jesus du mein Heil und Leben...

„Albert Höfer - ein großer Sohn Thannhausens“
Zusammenfassung des Vortrags von Dr. Georg Simnacheram 12.5.2010 zum Fest  „900 Jahre-Thannhausen“ von Karl Landherr
Albert Höfers Vater, Anton Höfer, lebte von 1764 bis 1837 und wurde in Ettelried im
Landkreis Augsburg als Sohn eines Lehrers geboren. 1793 wurde ihm die Lehrerstelle in Thannhausen übertragen. Er heiratete Maria Elisabeth Wagner. Geboren wurde Albert Höfer am 1802 als siebtes von elf Kindern. Nur drei Kinder überlebten das Kindesalter: Adelheid,
Albert und Ulrich. Sie lebten im Mesnerhaus nördlich der Kirche und erhielten im Schulhaus
nebenan bei Vater Anton Höfer Unterricht. Albert besuchte später dann die Lateinschule bei Christoph von Schmid.
Als junger Schüler hat Albert Höfer schon damals mit seinem Vater Melodien zu den Liedern des „Thannhauser Laudate“, ein Singbuch für den Gottesdienst, komponiert. Die Texte
stammten von Christoph von Schmid. Am bekanntesten sind die Lieder: „Jesus lebt, mit ihm auch ich“ und „Am Pfingstfest um die dritte Stunde“.
Nach dem Musikunterricht beim Vater lernte musikalisch hochbegabte Albert Höfer Klavier und Orgel. 1819 ging er nach Augsburg ans protestantische St. Anna –Gymnasium. Dort legte er
bereits nach einem Jahr das Abitur ab und zwar mit der Note „vorzüglich“. Danach studierte er in Dillingen Theologie und wurde dort 1825 zum Priester geweiht. Die erste Heilige Messe, seine Primiz, feierte er in Thannhausen. Dann war er Religionslehrer, Bischofssekretär und Stadtpfarrer in Augsburg.
Albert Höfer war ein politisch aufgeschlossener Pfarrer, der positiv zur beginnenden demokratischen Bewegung in Bayern zur Zeit von König Ludwig I eingestellt war. Er war lange Jahre Mitglied des „Landrats von Schwaben und Neuburg“ (entspricht heute dem Bezirkstag von Schwaben) und 1949 auch des Landtags in München. Wegen seiner großen Verdienste wurde Albert Höfer 1839 zum Bischöflich-Geistlichen Rat ernannt, was wegen seines jungen Alters überraschend war. 1844 wurde Albert Höfer zum Stadtpfarrer von Günzburg ernannt, wo er einerseits als menschenfreundlicher und bescheidener Seelsorger sehr beliebt war, andrerseits aber wegen seiner Reformbestrebungen auch Ablehnung erfuhr. Zu früh starb Albert Höfer im Jahr 1857 mit 55 Jahren. Todesursache: Magen- und Leberkrebs. An der Beerdigung nahmen unzählige Menschen und 68 Pfarrer teil.

Man sagte über ihn: „Albert Höfer war ein außerordentlich gütiger, freundlicher und auch gesellschaftlich heiterer Mann.“ Sein Grab befindet sich heute noch auf dem Friedhof in Günzburg. - Das wichtigste und bleibende Denkmal hat sich Albert Höfer jedoch selbst gesetzt: Es sind seine Kirchenlieder, die man heute noch singt, wie z.B. das beliebte ökumenische Osterlied:
„Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Jesus lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.“

 

"Albert Höfer schuf als Günzburger Pfarrer Hymne des Osterfestes

Günzburg/Thannhausen (ul) - Katholische Christen jubeln in der Osternacht "Jesus lebt, mit ihm auch ich" und stimmen wenige Wochen später in der Kirche ein in den brausenden Orgelklang "Am Pfingstfest um die dritte Stunde". Und beide Kirchenlieder, bis zum heutigen Tag erstaunlich frisch-frohe Melodien, dachte sich der hochmusikalische Günzburger Stadtpfarrer und geborene Thannhauser Albert Höfer aus.

Ein Mann der Biedermeierzeit, wie man an der Kleidung sieht. 1802 hineingeboren in eine Thannhauser Lehrerfamilie wurde der Knabe vom Musik und Literatur liebenden Vater Anton stark gefördert. Thannhauser erzählen, wie der Bub vom Vater huckepack durchs Hochwasser der Mindel nach Ursberg zum Orgelunterricht getragen wurde.
Dem schlossen sich die Lateinschule Thannhausen, das Gymnasium Augsburg und das Dillinger Studium an. Nach der Priesterweihe (1825) begann eine steile Dienstkarriere - Religionslehrer an Gymnasien, Sekretär des Bischofs, Stadtpfarrer in Augsburg. 1844 berief der Bischof den glänzenden Kanzelredner, überragenden Orgelspieler und väterlichen Seelsorger Albert Höfer nach Günzburg.
An seinen himmelhochjauchzenden Start mochte Höfer nicht gerne erinnern; denn die traditionsbewussten Pfarrkinder nahmen Höfers Reformstreben übel. Dass die lange, bombastische Fronleichnamsprozession auf den Umzug am Marktplatz verkürzt und anderen kirchlichen Bräuchen der Zopf abgeschnitten werden sollte, ging keinem in den Sinn. Der Stadtpfarrer lenkte daher ein. Und gewann neue Sympathie, als er Pfingsten 1845 seinen eben fertigen, mitreißenden Gesang in St. Martin aufführte: "Am Pfingstfest um die dritte Stunde erhob mit Brausen sich ein Wind".
Den Text zu diesem geistlichen "Schlager" verfasste Schulinspektor, Jugendschriftsteller und Domkapitular Christoph von Schmid aus Thannhausen. Auf ein Gedicht des Fürchtegott Gellert stellte Höfer die nicht minder beliebte österliche Kirchenweise "Jesus lebt, mit ihm auch ich, Tod, wo sind nun deine Schrecken". Die gleiche, christliche trostspendende Melodie erklingt bei Trauerfeiern. Beide Höfer-Lieder sind im süddeutschen Raum verbreitet.
70 Geistliche und 20 Fackelträger am Grab
Pfarrei und Stadt konnten den von großer Güte, Menschenfreundlichkeit und persönlicher Bescheidenheit geprägten Stadtpfarrer in feierlicher Weise verabschieden. Bei der Krankensalbung Juli 1857 erlebten Bürgermeister und alle Stadträte im Vorraum des Sterbezimmers mit brennenden Kerzen die Zeremonie mit. Und selten sah der Friedhof so viele Besucher - allein 70 Geistliche und 20 Fackelträger begleiteten den Sarg des Stadtpfarrers und Dekans.
Albert Höfers öffentliches Wirken: Der Günzburger gehörte zum Schwäbischen Landrat (entspricht dem heutigen Bezirkstag) und 1849 zum Landtag in München. "
Auszug aus dem Artikel vom 21.03.08 – Mittelschwäbische Nachrichten